white light

Im Oktober 2006 eröffneten wir den Ausstellungraum white light mit dem Ziel, auf nicht-kommerzieller und
nicht-institutioneller Basis junge und internationale künstlerische Positionen in Düsseldorf zu präsentieren.
Aus einem grundsätzlichen Interesse an den ephemeren und transgressiven Qualitäten von Performance entwickelte sich die Idee, in einem ersten, bis Sommer 2007 angesetzten Zyklus von Ausstellungen und Veranstaltungen, verschiedene Aspekte von Performativität als konzeptuellen Ausgangspunkt zu wählen.
Den eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern ist gemeinsam, dass sie sich in unterschiedlichen Medien artikulieren und in ihrer Arbeit oftmals an Grenzbereichen der Bildenden Kunst bewegen. Sie beziehen sich
auf bzw. bedienen sich künstlerischer Strategien aus Musik, Theater, Tanz, Street-Culture oder Grafik – ein Variationsbreite, die sich auch in den die Ausstellungen begleitenden Veranstaltungen spiegelt.

Der Ausstellungszyklus wurde mit einer Präsentation der Berliner Künstler Daniel Müller-Friedrichsen und Susanne Winterling eingeleitet. Die beiden ehemaligen Studenten von Marina Abramovic an der HBK Braunschweig haben in einer theatralen Inszenierung Performance aus der Sicht des abwesenden Performers beleuchtet. Die zweite Ausstellung bespielte Jimmy Robert, ein in Brüssel lebender französischer Künstler. Seinen Collagen, Zeichnungen, Objekten, Filmen, Performances und Texten ist eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit der Beziehung von Bild und Objekt eingeschrieben – eine Auseinandersetzung mit
der Performativität der Bilder. Kathrin Sonntags Arbeit hingegen kreist um die Performativität der Dinge, um
die Destabilisierung tradierter Funktions- und Wahrnehmungskategorien. Ihre subtilen Irritationen des häuslichen Umfelds resultieren aus einer feinen Analyse des Wesens des Alltäglichen. agentur, eine fiktive Körperschaft mit Sitz in Brüssel, recherchiert und archiviert Quasi-Dinge, Dinge die sich herkömmlichen Klassifikationen entziehen und an der Grenze zwischen Kultur und Natur, Evolution und Kreation, Subjekt
und Objekt bewegen. Dabei steht die Frage des Urhebers von Kreativität im Vordergrund. Cezary Bodzianowski setzt sich in seinen meist unbemerkten und ohne Publikum ausgeführten Aktionen in Relation
zu dem ihn umgebenden Umfeld. Übrig bleiben nur die Dokumentationen dieser oft wenige Augenblicke dauernden Aktionen.

Akiko Bernhöft & Patrizia Dander